Sicherungsbericht MALIA
- Hundentlaufen HDH
- 8. Juli
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Juli
Sicherungsbericht Malia – 26.05.-09.06.2025, Team Aalen/HDH, Sina (und Manu), Nadine, Alex
Die Auslandshündin Malia entlief am 26.05. in Unterrombach ihrer Besitzerin vor dem Wohnhaus, nachdem Malia sich vor etwas erschrocken hatte und der Karabiner der Leine kaputt ging.
Zunächst sahen wir nur Meldungen bei Facebook, dass ein Hund immer wieder in und um Aalen gesichtet wurde, die Besitzerin meldete sich dann erst einen Tag später bei uns.
Wie immer machten wir sofort einen Flyer. Zu Anfang kamen die Sichtungsmeldungen nur spärlich. Es dauerte etwas, bis die Besitzerin geflyert und es sich rumgesprochen hatte, dass Malia vermisst wird.
Doch von Sichtung zu Sichtung wurde klar: Malia entfernte sich immer weiter weg von Zuhause. Im Gegensatz zu manchen anderen entlaufenen Hunden, die meist große Kreise um den Entlaufpunkt drehen, lief Malia fast geradeaus weg von daheim.
Dann gab es den ein oder anderen Tag wieder gar keine Sichtungen, die Besitzerin fuhr jedesmal los und flyerte bei neuen Sichtungen im großen Umkreis weiter.
Meist wurde sie auf Wiesen oder Feldern neben einer Straße oder direkt auf einer Straße gesehen. Einmal versuchten wir es auch mit der Besitzerin. Doch sobald sich ihr nur irgendjemand nähern wollte rannte sie auf und davon.
Nadine und Sina waren auch noch viel mit Fred beschäftigt, Oreo war inzwischen über Schwäbisch Gmünd hinaus und zum Glück übernahmen hier die Kollegen von Hund entlaufen Baden-Württemberg alles weitere und konnten Oreo dann auch alsbald mit Falle sichern.
Aber auch Malia war inzwischen bei bzw. hinter Schwäbisch Gmünd angekommen und damit einfach zu weit weg für uns, um Futterstellen zu machen und ordentlich zu betreuen. Somit baten wir auch hier nochmal die Kollegen von HEBW um Hilfe, welche dankenswerterweise auch sofort zusagten.
Während Fred sich ja vor allem hauptsächlich in bewohntem Gebiet aufhielt, war Malia meist nur auf Feldern und im Wald unterwegs. Bei Pfahlbronn meldete sich dann ein Sichter, mit dessen Hund Malia einige Zeit gespielt hatte. An ein Sichern von Hand war allerdings nicht zu denken. Doch nachdem sie dort auch am Tag danach noch gesehen wurde, ebenso auf einer dortigen Kompostieranlage, wo sie der Bauer auf dem Kompost hatte fressen gesehen, richtete Ralf dort ringsrum einige FS ein. Und tatsächlich: Malia nahm auch sofort eine FS an, ausgerechnet die auf der Kompostieranlage.
Da Ralfs Falle ja grad schon für Oreo gebraucht wurde und Fred da auch noch täglich einige km lief, war die Aalener Falle frei und so fuhr Sina noch am selben Abend im Dunkeln nach Pfahlbronn und stellte mit Ralf die Falle auf die Kompostieranlage.
Gespannt warteten und hofften wir … und tatsächlich… ein paar Stunden später mitten in der Nacht machte es Bling am Handy und Malia stand an der Falle….
Allerdings war sie sehr skeptisch und traute sich nicht wirklich rein… so lief sie hin und her und immer wieder mit der Nase zum Eingang, aber rein traute sie sich erstmal nicht…. So ging das noch ein paar mal in der Nacht, so dass wir alle kaum Schlaf hatten, aber Malia leider nicht in der Falle war…
Am nächsten Tag wurde die Falle frisch gemacht (Danke dafür Nicole) und Malia kam auch tagsüber ein paar Mal zur Falle, doch reingehen wollte sie nicht.
In der Nacht dasselbe Spiel: Malia kam, traute sich inzwischen sogar ein paar Schritte rein in die Falle und vermutlich hätte es nicht mehr lange gedauert bis sie vollends ganz drin gewesen wäre. Doch dann änderte sich leider das Wetter… es begann stark zu regnen und zu gewittern und die Kompostieranlage bzw. unsere Falle wurde überschwemmt und vor der Falle war eine große Pfütze Und Malia wanderte weiter….
Am Tag nach dem Unwetter bekamen wir erstmal keine weiteren Sichtungen und auch den weiteren Tag nicht…. Wo steckte sie denn nur? War ihr was passiert? Nachdem es die Tage ständig regnete, unsere Falle pitschenass vom Kompost-Ekelwasser war und der Bauer den Platz dort brauchte, holten Sina und ihr Freund Manu die Falle erstmal wieder ab und reinigten sie ordentlich.
Ein paar Tage später kamen Sichtungen, wonach sie zuerst bei Plüderhausen gesehen wurde, dann sogar auf der Zufahrt zur Bundesstraße bei Haubersbronn. Uns blieb fast das Herz stehen. Die Polizei rückte aus und es kam sogar eine Warnmeldung im Radio.
Da wir wegen Oreo auch in Kontakt mit Nischa vom Tierheim Plüderhausen waren und sie Hilfe anbot, falls Malia nachts in die Falle gehen sollte, fuhr eine Mitarbeiterin direkt los und schaute, ob Malia noch auf der Bundesstraße lief oder lag. Doch konnte sie sie nicht entdecken. Dann kam zum Glück die erlösende Nachricht, dass sie neben der Bundesstraße auf einer Wiese gesehen wurde. Gott sei Dank . Aber wie weit wollte sie denn noch laufen? Bis nach Stuttgart rein?
Scheinbar war dies aber auch für Malia nun genug Action, denn ab da gab es wieder Sichtungsmeldungen quasi rückwärts. Sie lief ziemlich genau die Strecke zurück, auf der sie gekommen war. Das hieße aber auch, dass sie wieder an der Kompostanlage vorbei kommt und nachdem sie dort ja zumindest einige Tage war wollten wir die Chance nicht unversucht lassen und ihr zuvor kommen.
Netterweise erklärte sich Jenna vom Team Hund entlaufen Baden-Württemberg bereit, für Malia an (diesmal nicht auf) der Kompostieranlage und drumrum einige FS einzurichten und tatsächlich, Malia biss schnell wieder an.
Sina und Nadine also wieder los, die geputzte Falle wieder nach Pfahlbronn gebracht und mit Jenna zusammen aufgestellt und vorbereitet. Wir waren uns alle soooo sicher, dass es diesmal klappen sollte. Aber Pustekuchen. Madame war da schon wieder weiter auf ihrem Rückweg….
Die nächsten Tage bekamen wir immer wieder Sichtungsmeldungen, auch mit Fotos und Videos, denn nun hingen auf der Strecke ja genügend Flyer und es hatte sich rumgesprochen, dass dieser Hund vermisst wird. Viele Sichter kamen auch sehr nah an sie ran, aber eben nicht nah genug um sie sichern zu können. Und da die Sichtungen dann immer irgendwo auf Feldern und Wiesen waren konnte sie auch niemand in ein eingezäuntes Grundstück locken. Es war wirklich zum Verzweifeln.
Am 07.06. dann kamen Sichtungen ca. 2 km vor daheim am Waldrand. Sina und ihr Freund hatten da grade (wieder mal) die Falle von Pfahlbronn abgeholt und waren grad daheim angekommen, als sie direkt zum Sichtungspunkt fuhren. Sina sah Malia auch aus einigen Metern Entfernung, doch natürlich lief sie weiter. Doch sie schien langsam kaputt zu wirken und nachdem sie sich an dem einen Waldrand auch schon seit Mittags aufhielt, beschloss Sina, dort ein paar FS rund um den Wald zu machen. Gesagt getan und kaum war Sina weg, kamen Fotos mit Maila drauf. Sogar an 2 Futterstellen war sie minutenlang und hat gefressen.
Sina und Manu also wieder los nebst einer netten Sichterin, um wieder mal die Falle aufzustellen. Je eher desto besser, bevor Malia wieder weiterläuft. Also wieder das ganze (ziemlich übermüdete) Team in Habachtstellung nachts, ob Malia kommt. Doch wieder zog sie es vor weiterzulaufen.
Am nächsten Tag wurde sie schon unweit von Aalen gesichtet. Läuft sie vielleicht jetzt doch heim? Bis nach Hause waren es nur ein paar hundert Meter? Wieder wollten wir keine Chance ungenutzt lassen. Sina und Manu also wieder los, Falle geholt und bei der Besitzerin vors Haus platziert. Ebenso hatte diese schon seit dem Vorabend ihr Auto vor dem Haus offen gelassen, da Malia wohl immer gerne ins Auto gegangen ist. Überall hatten wir Cams, doch Malia tauchte nicht auf.
Am nächsten Tag wieder Sichtungen: Malia war „übers Ziel hinausgeschossen“ und lief nun mitten in Aalen umher. Erst später haben wir Meldungen bekommen, wonach sie wohl am frühen Morgen auch in Unterrombach, nur wenige Straßen von daheim weg, gesichtet wurde. Die Kurve nach Hause hat sie leider nicht bekommen.
Eine Sichterin sah sie an der Berufsschule Aalen, Sina und die Besitzerin fuhren auch sofort hin und sahen sie auch noch, doch Malia lief wieder davon. Wir waren langsam wirklich am Verzweifeln.
Dann endlich… am frühen Morgen tags drauf wieder ein Video, wonach Malia sich mitten auf einem Acker ausruht. Ein Bauer hatte sie dort gesehen, wieder einige km von Aalen entfernt. Er rief leider zunächst die falschen Leute an und so dauerte es, bis die Meldung bei uns ankam. Dennoch sprang Sina sofort aus dem Bett hoch, zog sich was an und düste dorthin. Die Besitzerin machte sich ebenfalls auf den Weg. Inzwischen waren auch zwei Polizisten dort. Der Bauer hatte zwei Hunde dabei und mit dem einen hatte Malia sich ganz gut verstanden. Wieder kam sie bis auf 5 m zu den Menschen, aber an ein Anleinen war nicht zu denken. Hingeworfene Häppchen frass sie zwar, aber auch die konnten sie nicht wirklich überzeugen.
So ging das eine ganze Weile, die Polizisten wurden schon unruhig, weil Malia dort auch immer wieder auf die Straße lief. Der ungeduldige Bauer konnte es auch nicht verstehen, warum der Hund sich nicht sichern liess und Sina und die Besitzerin mussten dabei ruhig bleiben und versuchen den Hund zu sichern.
Schließlich gelang es der Besitzerin in die Nähe von Malia mit dem Auto zu kommen, sie kam auch zum Auto und legte sich daneben…. Man sah ihr an, daß sie fix und alle war…. Der Besitzerin gelang es, vorsichtig eine Tür auf zumachen und leise „Malia hopp, Gassi gehen“ zu sagen und tatsächlich: Malia hopste in das Auto rein, Tür zu, Maila eeeeendlich gesichert. Halleluja…
Sie ist etwas dünner geworden in den zwei Wochen und müde und erschöpft, doch sonst geht’s ihr soweit gut.
Ein riesengroßes DANKE
- an das Team von HEBW, hier insbesondere Ralf und Jenna, die uns beim Futterstellen machen hinter Schwäbisch Gmünd so geholfen haben, ebenso bei der Übernahme des Falles Oreo
- an Nischa und ihr Team vom Tierheim Plüderhausen, die auch sofort parat standen zu helfen
- an die Besitzerin, die uns vertraut hat und alles umgesetzt hat, wie wir es ihr gesagt hatten
- an sämtliche Sichter/innen, die uns Meldung von Malia gemacht hatten und sie in Ruhe gelassen haben
- an alle Jäger, Landwirte, den Biogashofbesitzer, Privatleute, bei denen wir Futterstellen mit Cams machen oder die Falle aufstellen durften
- an die sonstigen Helfer wie Nicole und Sabrina, die wir eigentlich noch gar nicht kannten, uns aber spontan geholfen haben beim Falle aufstellen bzw. bestücken.
- an Sinas Freund Manu, der die letzten Wochen einiges mitmachen mußte und dennoch dauernd mitgeholfen hat
- an Malia, dass Du Dich eeeendlich hast sichern lassen. Wir wünschen Dir nun ein hoffentlich langes Leben bei Deiner Besitzerin.
Die letzten 3 Wochen waren für uns alle echt anstrengend, für Sina und Nadine ganz besonders, waren die Fälle doch hauptsächlich in ihrem Gebiet. Sie fuhren zig hunderte km, verschütteten glaub hunderte bis tausende Liter Wurstwasser, verbrauchten zig Dosen Hundefutter, kauften kiloweise Döner und sonstiges Fleisch und waren ständig unterwegs für Oreo, Fred oder Malia.
Aber auch für den Rest des Teams war es eine anstrengende Zeit, da wir ja alle immer mit fiebern, mit beratschlagen, Fallenwache machen und da die Falle bis auf 2 Tage so gut wie ständig im Einsatz war haben wir alle etwas Schlafdefizit.
Egal. Hauptsache alle Hunde heil daheim.
Aber bitte bitte passt auf Eure Hunde auf.
Hier gehts zum Sicherungsbericht-Video: https://www.facebook.com/share/v/1AfHMqgfq8/
