Sicherungsbericht FRED
- Hundentlaufen HDH
- 8. Juli
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Juli
Sicherungsbericht Fred – 24.05.-02.06.2025, Team Aalen/HDH/Blaubeuren (Nadine, Sina, Alex & Steffi) oder:
Fred – ein Sicherungsroman in 4 Teilen
Teil 1 - The Beginning:
Der Schnauzermixrüde Fred stammt ursprünglich aus Portugal und war gerade mal 14 Tage bei seinem neuen Besitzer in Rainau, als er diesem in einem unachtsamen Moment aus der Haustür entwischte. Der Besitzer tat sofort das Richtige und informierte die Polizei, welche wiederum bei Sina von unserem Team anrief und so der Kontakt zum dankbaren Besitzer hergestellt war.
Noch am selben Abend fuhren Nadine und Sina zur Wohnung von Fred und da der Besitzer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, war Türen offen lassen dort schlecht. So entschieden wir uns, sicherheitshalber direkt die Falle zu stellen, falls Fred in der Nacht zurückkommen sollte. Gleichzeitig erstellten wir wie immer einen Flyer und teilten diesen in allen relevanten Ortsgruppen rund um Rainau.
Tingelte Fred noch am Entlauftag und tags drauf in und um Rainau rum, so vergrößerte er seinen Radius schnell. Zurück zur Wohnung kam er kein einziges Mal.
Teil 2 - Auf ein Neues
Am zweiten Tag lief er über Schrezheim nach Ellwangen und dort in das etwas abgelegene Industriegebiet Dieses liegt direkt an der A7 und nachdem immer wieder Meldungen kamen, das Fred mitten auf größeren und kleineren Straßen lief, wurde uns Angst und Bang, dass er auf die Autobahn laufen würde.
Doch dies tat er zum Glück nicht.
Im Industriegebiet schien es ihm zu gefallen, er hielt sich dort zwei Tage auf und wir bekamen sehr viele Sichtungsmeldungen dort. Sofort fuhr Sina los und richtete im Industriegebiet einige Futterstellen ein. Dabei sah sie Fred sogar selbst. Er rannte in einem Galopp an ihrem Auto vorbei, so dass an Futter hinwerfen nicht zu denken war.
Die Firmeninhaber dort waren super nett und nachdem er auf dem einen (nicht eingezäunten) Firmengeländer mehrmals gesehen wurde, stellten Nadine und Sina am Abend auch die Falle auf. Wir wollten die Chance einfach nutzen, auch angesichts der Gefahr der A7 oder dass Fred wieder ins Laufen kommt und weg ist.
Doch leider passierte genau dies. Am Tag drauf kamen wieder Sichtungsmeldungen, wonach Fred nun wieder den Rückweg Richtung Rainau eingeschlagen hatte und schon wieder einige km außerhalb des Industriegebiets gesehen wurde.
Wir überlegten was tun: Falle doch wieder vors Haus stellen? Er lief fast genau Richtung Zuhause. Oder doch nochmal abwarten? Zur Sicherheit hängten sie wieder eine Cam vors Haus des Besitzers. Doch Fred hatte andere Pläne.
Teil 3 - Murphys Gesetz
Nachdem Fred nun also nicht nach Haus wollte, lief er stattdessen Richtung Aalen. Wir bekamen ein Video, wonach er gefilmt wurde, wie er auf der B29 lief. Uns wurde wieder Angst und Bang. Doch Fred hatte wirklich tolle Schutzengel. Er kam heil von der viel befahrenen B29 runter und tingelte in einem Wohngebiet in Wasseralfingen rum Hier bekamen wir wieder im Stundentakt Sichtungen.
Gern lag Fred auch an Bushaltestellen. Wo wollte er denn hin? Doch sobald sich ihm jemand auch nur 10 m nähern wollte, nahm er Reißaus und war Auf und Davon. An ein Sichern von Hand war nicht zu denken.
Nadine und Sina zogen wieder los und machten einige Futterstellen entlang des Wohngebietes wo er auch immer wieder gesehen wurde.
Währenddessen flyerte der Besitzer weiter und weiter. Wir bekamen dann eine Sichtung nach der anderen aus dem Wohngebiet und nachdem Fred sich nun also IN dem Wohngebiet einzupendeln schien, wollten wir auch diese Chance nicht ungenutzt lassen.
Nadine und Sina fuhren also wieder los die Falle im Industriegebiet Ellwangen abholen und brachten sie ins Wohngebiet nach Wasseralfingen in eine Straße, in der Fred die letzten 48 Stunden mehrmals gesehen wurde.
Ein netter Hausbesitzer dort erklärte sich spontan bereit, dass wir die Falle dort aufstellen durften. Gesagt getan. Während Sina und Nadine die Falle aufstellten bekamen wir weitere Sichtungen nur ein paar Straßen weiter. Das mußte doch jetzt klappen.
Die Falle wurde mit allen möglichen Leckereien bestückt Wurstwasserspuren gezogen und während Nadine heim mußte, wartete Sina im parkenden Auto in Sichtweite der Falle. Und tatäschlich: Fred kam! Er lief an Sinas Auto vorbei, dann auf die Falle zu… doch just in dem Moment kam der Hausbesitzer mit dem Auto angefahren und parkte genau neben unserer Falle …. Das durfte doch jetzt nicht wahr sein… Fred drehte also wieder ab und kam auch nicht mehr dorthin…. Verdammte
Noch hofften wir, daß er vielleicht eine der zuvor angelegten Futterstellen am Waldrand annehmen würde, doch auch dies tat er nicht. Stattdessen wanderte er wieder los gen Norden.
Teil 4 - Das Finale
Am Morgen nach dem Fallendesaster im Wohngebiet bekamen wir wieder einen Anruf der Polizei, wonach Fred gerade wieder mal auf der B29 unterwegs war diese kreuzte sich ganz in der Nähe mit der A7 und wieder hofften wir, dass er noch ein paar Schutzengel übrig hatte
Und so wars auch. Er lief erst bis nach Westhausen und von dort weiter nach Lauchheim. Regelmäßig bekamen wir Sichtungsmeldungen, meist war er im gestreckten Galopp unterwegs. Wir hofften so sehr, dass er sich endlich irgendwo einpendeln und zur Ruhe kommen würde.
Nun war er also in Lauchheim. Ein kleiner friedlicher Ort , eingerahmt von Bundesstraße und Bahngleisen. In diesem Ort hat glaub kein einziges Haus einen Gartenzaun und nachdem sich schnell rumsprach, das Fred vermisst wird, bekamen wir fast im Stundentakt Meldungen mit „grad liegt er an meiner Terrasse“, „grad liegt er bei mir im Garten“ oder „er ist grad gechillt an meinem Haus vorbeigelaufen“.
Wir hatten so ein Glück, dass dort so tolle Menschen leben, die Fred komplett in Ruhe gelassen hatten Niemand hat ihn verfolgt oder versucht zu fangen Alle haben uns immer gleich Sichtungsmeldungen mitgeteilt und alsbald hatten wir ein Laufmuster durch den Ort, wo er gern seine Runden drehte. Wir fragten die Sichter immer direkt, ob wir bei ihnen eine Futterstelle mit Cam machen durften, ebenso fragten wir in der Facebook-Ortsgruppe nach. Netterweise haben sich viele Anwohner dazu bereiterklärt und so bin ich (Alex) am Sonntag also mit Nadine und Sina nach Lauchheim gefahren, ausgestattet mit vielen Cams, viel Wurstwasser und Futter und wir haben systematisch auf Freds Laufstrecken Futterstellen eingerichtet.
Und Juhuuu…. Am nächsten Morgen war er direkt an 2 dieser Futterstellen auf den Cams zu sehen. Der Fisch hatte endlich angebissen.
Wir entschieden uns dann für eine Stelle, an der mehrmals am Tag erschien und sich auch in den Garten legte und chillte.
Nun hatten wir ein Fallenproblem: Unsere Aalener Falle stand inzwischen bei Pfahlbronn für Malia, die da ebenfalls eine Futterstelle angenommen hatte. Wir konnten aber nun ja nicht warten, bis sie rein geht und dann erst die Falle holen. Also erklärte sich Steffi bereit, die Blaubeurener Falle zu bringen. Gesagt getan. Steffi und Mandy kamen als am Abend aus Blaubeuren, Sina und Nadine bereiteten schonmal alles soweit vor, damit die Falle dann schnell aufgestellt werden konnte. Denn Fred war fast wie ein Uhrwerk. Er kam immer um ca. 21 Uhr an diese Stelle und bis dahin sollte alles fertig sein.
Also schnell nochmal alles getestet, Fallenfunktion und Abschaltautomatik, alles funktionierte
Die Mädels also ab ins Auto und zwei Straßen weiter. Bestensfalls kam Fred tatsächlich zu seiner üblichen Zeit, dann hätte Steffi die Falle gleich wieder mitnehmen können.
Wir warteten also. Dann Bing.. die Cam schlug an… der Puls stieg… eine Katze im Anmarsch… schnell die Abschaltautomatik an… puh.. Katze wieder weg… Abschaltautomatik wieder aus… doch irgendwas lief schief…. !!!
Dann kam Fred …sogar einige Minuten früher als üblich… wir jubelten schon innerlich… er ging auch ohne groß zu zögern in die Falle….doch was war das ???!!! Die Falle ging nicht zu… wir trauten unseren Augen nicht….
Er frass ratzfatz alles weg, drehte sich um und trottete wieder davon….
Wir drehten fast durch… soooo eine Chance und dann löste die Falle nicht aus… Das durfte doch nicht wahr sein…irgendwie kam eine SMS wohl nicht an, so daß die Falle nicht wieder scharf geschaltet wurde…. Soviel Pech kann man doch nicht haben….
Es wurde nochmals getestet und nun gings wieder… oh Mann… würde Fred nochmal kommen? Steffi und Mandy spazierten unbeteiligt zur Falle und füllten diese nochmal auf… Aber wann würde Fred nochmal kommen? Heut Nacht? Morgen früh… Pustekuchen… noch während Steffi das Futter in die Falle legte kam er schon wieder um die Ecke… vermutlich wunderte er sich, wer da an seiner neu entdeckten Futterquelle war Steffi und Mandy haben also schnell den Rückzug angetreten und Fred kam direkt zur Falle, lief wieder hinein und Zack, diesmal funktionierte alles nach Plan. Fred eeeeeendlich gesichert….
Zügig wurde er samt Falle in den Transporter geladen und dann gings ab nach Hause, wo er schon sehnsüchtig von seinem Besitzer erwartet wurde.
Fred war zwar „nur“ 9 Tage unterwegs, diese 9Tage hatten es aber emotional in sich und wir sind froh, das Fred so viele Schutzengel hatte.
DANKE - an Jürgen, den Besitzer von Fred, der uns von der ersten Minute an vertraut und immer alles umgesetzt hatte, was wir geraten haben.
DANKE - an alle Sichter, die Fred in Ruhe gelassen und uns Standorte geschickt hatten. So wußten wir eigentlich immer, wo Fred sich gerade aufhält.
DANKE - an die nette Chefin der Firma Schlagenhauf in Ellwangen, die sofort zusagte, auf ihrem Firmengelände Futterstellen zu machen bzw. die Falle aufzustellen.
DANKE - an die Einwohner von Lauchheim, die uns regelmäßig Sichtungen von Fred geschickt hatten und ihn ansonsten aber total in Ruhe gelassen hatten. Vermutlich hat er sich deshalb dort auch so wohl gefühlt.
DANKE - an alle Menschen, seien es Privatleute, Jäger, Landwirte, bei denen wir Futterstellen machen durften. Nur durch solche Hilfe können wir einen Hund anfüttern.
DANKE - insbesondere an die zwei netten Familien, bei denen Fred auf der Cam war und wir uns quasi aussuchen konnten, wo wir die Falle stellen dürfen. Beide hatten uns sofort ihr Einverständnis gegeben.
DANKE - an Conny Schwarzer und deren WhatsApp Gruppe aus Lauchheim, die uns auch regelmäßig mit Sichtungsmeldungen oder anderen Infos geholfen haben.
DANKE - an mein Team Nadine und Sina, die stundenlang und unzählige km durch die Gegend gefahren sind, mit und ohne Falle, zig Futterstellen auf und abgebaut haben und ständig am Telefon hingen für Sichtungsmeldungen, Gespräche mit Jägern, Polizei, Bahn, etc.
DANKE - auch an deren Männer, die die zwei in der Woche nicht viel gesehen hatten und wenn, dann ziemlich müde vom Fallewachen
DANKE - an Steffi und Mandy, die extra von Blaubeuren die Falle hergefahren haben.
Und DANKE Fred, dass Du beim 4. Versuch eeeendlich in die Falle gegangen bist. Wir wünschen Dir und Deinem Besitzer ein tolles langes Leben
